Lausitzer Rundschau am 15.05.2017


Und nach dem Oderlandmarsch wird noch gekickt

Auch Teilnehmer aus Guben sind von dem einst rein militärischen Cross-Lauf angetan, dessen Organisatoren offenbar immer besser werden.


 

GUBEN (utr1) Bereits zum dritten Mal war Guben Gastgeber für knapp 400 Teilnehmer des deutsch-polnischen Oderlandmarsches. Zum 22. Mal veranstaltete das Landeskommando Brandenburg gemeinsam mit seinem polnischen Partnerkommando, dem Wojewodschaftsmilitärstab Zielona Gora, und dem Verband der Reservisten der Bundeswehr den Oderlandmarsch. Dieser stellt jeweils einen Höhepunkt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Bundeswehr auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes dar. Und so bildete die Doppelstadt Guben-Gubin erneut die Kulisse für den Start und das Ziel des nunmehr 22. Oderlandmarsches. Obwohl die Bundeswehr Schirmherr der Aktion mit internationaler Beteiligung ist, waren nicht nur organisierte Mannschaften von Armeen und Behörden einbezogen, sondern auch zivile Mannschaften von Vereinen, spontane Zusammenschlüsse und auch Einzelpersonen. Und so gingen neben Soldaten aus Deutschland, Polen, Tschechien und den USA auch Angehörige von „Blaulicht“- Organisationen sowie zahlreiche Radfahrer, vor allem aus Polen, an den Start.

Foto: Zwei Gubener Mannschaften der Feuerwehr gingen in diesem Jahr an den Start. Sie waren mit der Organisation zufrieden und am Ende froh, dabei gewesen zu sein. FOTO: UTE RICHTER/UTR1


Für die Mannschaft Guben-Mitte war es bereits das dritte Mal, dass sie bei dem Lauf dabei waren. Marcel Müller, Sven Kaube, Sebastian Schwitzke, Paul Holtsch und Ronny Wotta sind sozusagen schon alte Hasen bei dem beschwerlichen Lauf. Doch durch ihre Erzählungen hatten sie ihre Feuerwehrkollegen aus Groß Breesen schnell angesteckt. Und so bildeten die Floriansjünger aus dem Gubener Ortsteil in diesem Jahr eine eigene Mannschaft. Michael Schneider, Thorsten Weichert, Jonas Noack, Sven Mönicke und Jan Kästel waren gespannt auf die Aufgaben kurz vor dem Start. „Es geht uns nicht ums Gewinnen. Es geht vor allem um Kameradschaft und um die Herausforderung“, erzählten sie. Am Ende waren sie kaputt aber glücklich, an diesem Oderlandmarsch teilgenommen zu haben. „Die Organisation war spitze. Mussten wir im letzten Jahr an den einzelnen Stationen manchmal lange warten, war es heute doch viel besser organisiert. Kompliment an die Bundeswehr“, hieß es nach dem Zieleinlauf. Und das lag wohl auch daran, dass es in diesem Jahr erstmals einen gestaffelten Start gab. Die Wettkampfstrecke ging über 15 Kilometer für die Fußläufer und 45 Kilometer für die Radfahrer. Sie verlief ostwärts und westlich der Neiße auf polnischem und deutschem Gebiet. Zahlreiche Hindernisse gab es zu überwinden und herausfordernde Aufgaben zu lösen. Beispielsweise galt es die Neiße mittels Steg zu durchqueren, mit einem Luftgewehr zu schießen oder Verletzte zu transportieren. Beim großen Appell in Guben auf dem Friedrich-Wilke-Platz gaben Vertreter der Städte und Landkreise den Teilnehmern ermutigende Worte mit auf den Weg. Landrat Harald Altekrüger (CDU) sprach den Organisatoren höchste Anerkennung für die Vereinigung verschiedenster Nationen bei diesem Lauf aus. „Gegenseitige Hilfe ist wichtig, besonders in schwierigen Zeiten“, so Altekrüger. Fred Mahro, amtierender Bürgermeister von Guben, begrüßte die amerikanischen Teilnehmer in ihrer Landessprache. „Ich wünsche allen viel Spaß und Erfolg.“ Übernachtet hatten die von weit angereisten Soldaten übrigens in der Gubener Friedensschule, bei der sich die Organisatoren für die gute Unterbringung und bei der Stadt Guben für die gute Zusammenarbeit bedankten. Mit einem Fußball-Freundschaftsspiel einer Mannschaft aus Gubin und einer Nato-Mannschaft ging der 22. Oderlandmarsch im Stadion in Gubin nach dem Abschlussappell zu Ende.


Ute Richter



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