Lausitzer Rundschau vom 17.12.2018


Sonderpreis für Gubener Wehr

Der Rotary Club Guben ehrt Kameraden für ihre Einsätze im Ausnahmesommer 2018.


 

GUBEN Jährlich unterstützt der Rotary Club Guben ehrenamtliche Projekte nicht nur mit Ideen, sondern auch finanziell. Viele Vereine in der Stadt konnten sich so schon den einen oder anderen Wunsch erfüllen.

In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Feuerwehr in der Neißestadt. Die 80 Kameraden hatten in diesem Ausnahmesommer außergewöhnliche Aufgaben zu erfüllen.

„Das, was sie an Leistungen in diesem Sommer erbracht haben, muss einfach honoriert werden. Jeder Gubener kann sich immer darauf verlassen, dass ihr nicht nur kommt, wenn es brennt“, dankt Rotary-Mitglied Matthias Bärmann den Kameraden.

Er hatte die Idee, und seine Club-Kollegen waren sofort dabei. Er weiß, dass die Feuerwehrmänner und –frauen viel aushalten müssen, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Denn gerade in diesem Jahr hatten einige der Einsätze eine noch nie dagewesene Dimension.

Feuerwehrchef Rico Nowka sagt dazu: „Wenn ich im letzten Jahr schon von einem Ausnahmejahr in Bezug auf die Einsatzhäufigkeit gesprochen habe, so kann man dies bedenkenlos auch auf dieses Jahr übertragen. Mit derzeit 189 Einsätzen liegen wir gleichauf mit dem letzten Jahr.“ Ebenso könne man in Bezug auf die Einsatzarten 2018 von einem besonderen Jahr sprechen.

Foto: Rotary-Präsident Ralf Geßler (r.) und Rotary-Mitglied Matthias Bärmann übergaben einen symbolischen Scheck an Feuerwehrchef Rico Nowka (M.). FOTO: UTR


„Der 1. März ist uns in Erinnerung geblieben, denn dort mussten mehrere Menschen aus dem brennenden Gebäude in der Kaltenborner Straße gerettet werden.“ Vor allem aber auch mehrere Brandeinsätze bei eisigen Temperaturen, wo die Kameraden immer wieder mit vereisten Schläuchen zu kämpfen hatten, stellten sie vor nicht alltägliche Probleme.

„Speziell der Einsatz nach einer Explosion in einem Wohngebäude in der Kaltenborner Straße ist so noch nie dagewesen und stellte uns vor ganz neue Herausforderungen, da die Einsatzkräfte ja mit weiteren Explosionen rechnen mussten und auch die Gefahr des Einsturzes des Gebäudes oder Teilen des Gebäudes nie so ganz ausgeschlossen war“, so Nowka. „Dass es gelungen ist, die Menschen in dieser Rettungsaktion aus dem Gebäude zu befreien, macht mich auch heute noch sehr glücklich. Und die Tatsache, dass bei diesem Einsatz jeder Handgriff unserer Kameraden gesessen hat, macht mich persönlich sehr dankbar und verdient höchste Anerkennung.“ In den letzten Jahren beschäftigten die Kameraden am meisten die so genannten „artfremden Einsätze“. Beispielsweise die Tragehilfen für den Rettungsdienst sowie Türnotöffnungen zählen dazu. Diese Einsätze machen inzwischen weit über ein Viertel der Gesamteinsatzzahl aus. Ein positives Erlebnis war unter anderem das 25. Jubiläum der Jugendfeuerwehr. Insgesamt 43 Mitglieder hat die Jugendfeuerwehr der Stadt Guben, die aus der Jugendfeuerwehr Guben-Mitte, den Feuerflitzern und der Jugendfeuerwehr in Bresinchen besteht. Regelmäßig werden die Kinder und Jugendlichen genauso wie die erwachsenen Feuerwehrleute ausgebildet – und das alles ehrenamtlich.

Höhepunkte waren 2018 die Abnahme der Leistungsspange im Oktober im Sportzentrum Obersprucke und die Teilnahme am Kreisjugendlager in Drebkau. Als größten Wunsch für 2019 nennt Rico Nowka, „dass die Kameraden gesund von den Einsätzen wieder nach Hause kommen“. Ein Dank gelte allen Kameraden, Ausbildern, den Familienangehörigen sowie den Arbeitgebern, die mit der Freistellung dafür sorgen, dass die Feuerwehrleute ihren Einsatz für die Allgemeinheit leisten können.

Jugendfeuerwehrchef Nico Hammel wünscht sich weiterhin so viel Interesse an der Mitarbeit in der Jugendfeuerwehr.


Ute Richter